Informationen zur Bürgermeisterwahl
Am 13. September 2026 wird in Buchholz i.d.N. ein neuer Bürgermeister gewählt. Die wichtigsten Punkte – zum Aufklappen
13. September 2026
Wahltermin
27. September 2026
Stichwahl, falls nötig
Was kann ein Bürgermeister bestimmen?
Besonders stark wirkt ein Bürgermeister bei:
Wohnungsbau und Stadtentwicklung
- Schnellere Bebauungspläne
- Neue Wohngebiete
- Nachverdichtung
- Ansiedlung von Unternehmen
Verwaltungseffizienz
- Schnellere Genehmigungen
- Digitalisierung
- Bürgerfreundlichkeit
Wirtschaftsförderung
- Neue Gewerbeansiedlungen
- Mehr Arbeitsplätze
- Höhere Gewerbesteuereinnahmen
Verkehr und Infrastruktur
- Radwege
- Verkehrsführung
- Parkraumkonzepte
Innenstadtgestaltung
Kinder, Schulen und Vereine
- Hoher Einfluss auf Lebensqualität vor Ort
Wo wird die Macht des Bürgermeisters oft überschätzt?
Bei Themen wie Migration insgesamt, Renten, Krankenversicherung, Inflation, Energiepreise, Steuerpolitik, Strafrecht, Außenpolitik oder bundesweiter Wohnungsmarktkrise kann ein Bürgermeister höchstens lokale Folgen abmildern, aber die Ursachen liegen überwiegend auf Landes- oder Bundesebene.
Für eine Stadt wie Buchholz könnte man grob sagen: Der Bürgermeister hat großen Einfluss auf die Lebensqualität vor Ort, aber nur begrenzten Einfluss auf die großen gesellschaftlichen Ursachen vieler Probleme.
Die Stärke des Bürgermeisteramtes liegt darin, Verwaltung, Infrastruktur, Wohnraum, Wirtschaft und das Zusammenleben in der Stadt zu organisieren.
Fazit: großer Einfluss auf die Lebensqualität vor Ort, begrenzter Einfluss auf die großen gesellschaftlichen Ursachen.
Herausforderung Haushalt
Buchholz steckt in einer strukturellen Haushaltskrise. Der Landkreis genehmigte den Haushalt nur unter Auflagen.
3,06 Mio. €
geplantes Defizit 2025
2,4 Mio. € --> 2026
Defizit nach Nachtrag
21 Mio. €
Investitionen zeitweise gesperrt
Um alle Projekte und Verpflichtungen in Zukunft finanzieren zu können, wird der Bürgermeister viel Geld brauchen. Eine wichtige Frage für den nächsten Bürgermeister wird es daher sein, wie er weitere Einnahmen generieren will und wo er sparen will.
Die wichtigste Infrastrukturprojekte
Stadt & Wohnen
Zentrale Konzepte sind das „ISEK „Buchholz 2030“ und das Projekt „Buchholz 2025plus“. Konkret in der Pipeline: die Bebauung der
Rütgersfläche und Wohnraumentwicklung „hinter dem Finanzamt“. Die Innenstadt gilt noch als vergleichsweise gesund, wird aber aktiv
gefördert – Buchholz erhielt Zuschüsse aus dem EU-Programm „Perspektive Innenstadt!“ und dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige
Innenstädte“ und betreibt seit 2023 ein professionelles Innenstadtmanagement.
Verkehr / Bahnhofsumfeld Nordwest
Das mit Abstand größte Projekt ist das Bahnhofsumfeld Nordwest (Teil von „Stadtumbau West“): ein rund 7,6 Hektar großes Areal auf der
Nordseite der Bahnstrecke, das über rund sieben Jahre komplett umgestaltet werden soll – mit Erschließungsstraße „Südtangente“,
neuem Zentralen Omnibusbahnhof, Parkhäusern für Autos und Fahrräder, einem Radschnellweg sowie Wohnungen und Gewerbe. Das Gesamtvolumen
wurde mit rund 25 Mio. Euro beziffert. Weitere Dauerthemen: eine östliche Umfahrung, der Mühlentunnel (Ausbau/Neubau), ÖPNV und
Radwege. Beim Bahnhof selbst ist die Bahnsteigverlängerung an Gleis 11 aktuell in Planung, damit Metronom-Langzüge halten können.
Kreiszeitung
Bildung
Ein konkreter Pflicht-Auslöser: der ab Mitte 2026 verpflichtende Ganztag an Grundschulen. Deshalb steht die Erweiterung der Grundschule
Sprötze/Trelde um eine Mensa an – eines der Projekte, die trotz Haushaltssperre als Pflichtaufgabe realisiert werden müssen. Aber wie
hält die Stadt beim Ganztagsanspruch Schritt, wenn Baumaßnahmen an der Finanzierung hängen?
Kinderbetreuung
Kita-Gebäude gehören zu den 21 Mio. Euro Investitionen, die zeitweise auf Eis lagen. Der Ausbau der Betreuungsplätze konkurriert
direkt mit der Haushaltskonsolidierung – ein sehr konkreter Zielkonflikt für die Kandidaten.
Wirtschaftsförderung
Buchholz ist Mittelzentrum im Landkreis und profitiert von der Nähe zu Hamburg (ca. 25 km). Die Gewerbesteuer ist eine zentrale
Einnahmequelle – 2025 retteten unerwartete Unternehmenseinnahmen kurzfristig den Haushalt, was zeigt, wie abhängig die Stadt von wenigen Zahlern ist.
Öffentliche Ordnung, Sicherheit, Migration, Integration
Diese Themen beschäftigen besonders viele Menschen. Gleichzeitig polarisieren sie stark, und Debatten dazu geraten schnell ins Grundsätzliche.
Verwaltungseffizienz und Digitalisierung
Digitalisierung verspricht „mehr Leistung mit weniger Mitteln“ – ist aber selbst teuer.
Vereinsleben & Ehrenamt
Buchholz unterstützt seine Vereine. Das neue Feuerwehrgerätehaus in Holm-Seppensen ist eines der Pflicht-Bauprojekte.
Was verdient ein Bürgermeister in Buchholz?
B6
Besoldungsgruppe
11.396 €
Grundgehalt / Monat (ab 04/2026)
136.750 €
Jahresgrundgehalt (12 Monatsgehälter)
Der Bürgermeister von Buchholz ist als hauptamtlicher kommunaler Wahlbeamter in Besoldungsgruppe B6 eingestuft. Das ergibt sich direkt aus der Einwohnerzahl: Die Niedersächsische Kommunalbesoldungsverordnung ordnet Gemeinden von 40.001 bis 60.000 Einwohnern die Besoldungsgruppe B6 für die Hauptverwaltungsbeamtin oder den Hauptverwaltungsbeamten zu – und Buchholz liegt mit rund 41.150 Einwohnern knapp darüber.
Konkret bedeutet das nach der aktuellen niedersächsischen Besoldungstabelle (gültig seit dem 1. April 2026, inklusive der Erhöhung um 2,8 %):
- Grundgehalt B6: 11.396,07 € brutto pro Monat (Festbetrag der Besoldungsordnung B)
- Das sind rund 136.750 € Grundgehalt im Jahr (12 Monatsbezüge).
Die B‑Besoldung ist ein Festgehalt – anders als in der A-Besoldung gibt es keine Erfahrungsstufen, die mit den Dienstjahren steigen. Dazu kommen noch:
- eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung, die in der Größenklasse 30.001–50.000 Einwohner monatlich höchstens 330 Euro betragen darf (also bis zu rund 3.960 € im Jahr),
- ein Familienzuschlag (Stufe 1 ab 04/2026 rund 170 € monatlich, plus kinderbezogene Anteile),
- sowie die im Dezember fällige Sonderzahlung.
Zur Einordnung: Diese Zahlen gelten sowohl für den amtierenden Bürgermeister (dessen Amtszeit am 31. Oktober 2026 endet) als auch für den – oder diejenige, der oder die Wahl am 13. September gewinnt. Der amtierende Erste Stadtrat – als allgemeiner Stellvertreter – liegt eine Stufe darunter in B4, das sind aktuell 10.170,53 € monatlich.
„Besoldung" ist nicht direkt mit einem privatwirtschaftlichen Bruttogehalt vergleichbar, weil Beamte keine eigenen Sozialversicherungsbeiträge zahlen, dafür aber über Pension und Beihilfe abgesichert sind. Die Beträge selbst sind öffentlich einsehbar – sie stehen im Stellenplan der Stadt und in der amtlichen Besoldungstabelle des Landes.
Kandidaten & Ihre Fragen
Welche Kandidaten treten an — und welche Fragen stellen Bürgerinnen und Bürger?
